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BioCar Geschichte und Geschichten - Teil 6

Der TÜV sagt ja - was nun

Noch im Herbst 1994 kaufte ich mir ein Zweitfahrzeug, einen VW Passat mit gut130 000km auf dem Tacho. Das sollte mein Vorführfahrzeug werden. In meinen Werkstatt Passat baute ich die Experimentieranlagen ein und in den "Neuen" kam das Erprobte und Bewährte. Aber was heißt schon erprobt und bewährt. Ludwig Elbetts Firma war in dieser Zeit schon dem Tod geweiht. Alles, was von ihm und seinen Leuten entwickelt und vorgestellt wurde, war erprobt und bewährt. Sein Dreizylinder, der in Hunderten Fahrzeugen mit vorher nie gekanntem Wirkungsgrad Pflanzenöl in Bewegungsenergie umwandelte, wurde von den Autoherstellern abgelehnt. Eine der blödesten Antworten eines großen Herstellers auf Elsbetts Vorschläge war: Herr Elsbett, es wird nie direkteinspritzende Dieselmotoren in PKWs geben, die sind viel zu laut! Heute, Jahrzehnte nach Elsbetts Vorstoß, kann man nur ungläubig den Kopf schütteln. Welche Riesenmengen an fossiler Energie hätten sich seitdem einsparen lassen. Jeder Dieselfahrer hätte was davon gehabt, denn ein Elsbett-Fahrzeug verbrauchte bei gleicher Fahrleistung in dieser Zeit nur halb soviel Treibstoff gegenüber einem Fahrzeug mit Kammermotor.

Seine "Turbo- Direkteinspritzer" heute bekannt als TDI, ließen alle anderen PKW-Diesel ganz alt aussehen.

Aber die Wasserköpfe in den Entscheidungsebenen sind unangreifbar. Denen gefiel auch nicht, dass der Elsbett-Motor keine klassische Einspritzpumpe mehr hatte. Da trieb die Nockenwelle so nebenbei pro Zylinder ein kleines Einspritzelement. Kenner wissen, das nennt man PUMPE/DÜSE Einspritzung. Die meisten denken, VW hat das erfunden, weil sie sich so aufblasen. Die Liste von Elsbett Leistungen lässt sich seitenweise verlängern. Heute, im Jahr 2002, hinken die Motorenhersteller auch mit ihren neuesten Schöpfungen dem Wirkungsgrad eines 30 Jahre alten Elsbett-Motors hinterher. Zwar sind auch Elsbetts Konstruktionen verbesserungsfähig, aber nichts geschah. Im Gegenteil. Die jetzt gebräuchliche Kolbengeometrie in den unseren Direkteinspritzern hätte Elsbett so nicht vorgeschlagen, weil er weiß, dass die Fläche des "Brennraums" möglichst klein sein soll. Leider wird Elsbett es wohl nicht mehr erleben, dass die Wasserköpfe auch hier seinen Vorgaben folgen.

Elsbett ging also pleite und seine Mitstreiter verloren ihren Arbeitsplatz. Ein kleines Grüppchen sammelte sich neu und folgt bis heute unter dem Namen VWP Ludwig Elsbetts Ziel: Fossile Energie beim Diesel durch nachwachsende Energie ersetzen. Das war die Lage 94/95 aus meinem damaligen Kenntnisstand. Wer mit einem zähfließenden Stoff, wie Fritieröl oder Pflanzenöl fährt, benutzt einen Elsbettmotor oder einen umgebauten, konventionellen Dieselmotor. Und das kostet viel Geld. Damit sich der Gedanke der nachwachsenden Treibstoffe durchsetzen kann, muss der Einstieg technisch unaufwendig und billig sein. Mit einem original Elsbett-Motor für damals über 20 000DM war dieser Feldzug nicht zu gewinnen. Auch die Nachfolger Elsbetts waren viel zu teuer und zu kompliziert. Es ist ein Irrweg, gegen den Mainstream pflanzenöltaugliche Eintanksysteme durchsetzen zu wollen. Wenn man darauf verzichtet, den kalten Motor mit den Alternativen zu starten, kann jedes Dieselfahrzeug mit zähfließenden Stoffen gefahren werden. Das wollte ich beweisen. Mein Passat M-MS 6521 wurde der Prototyp für dieses Vorhaben.

Fortsetzung folgt

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Copyright G.Lohmann - Letzte Änderung 11.2.2002