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BioCar Geschichte und Geschichten - Teil 42
Common Rail und Salatl
Vor genau 5 Jahren, im Januar 2000, hat
BioCar eine seiner bekanntesten Weltpremieren gestartet. Ende 1999 kam Frank
Herrmann nach Mnchen mit dem Wunsch, eine A-Klasse auf unser 2-Tanksystem
umzursten. Zuvor hatte er sich ber die Mglichkeiten informiert und von
Prof. Maurer den richtigen Tipp bekommen.
Wenn es berhaupt geht, so war die
Grundannahme, dann geht es mit dem beheizten 2-Tanksystem von BioCar.
Das Einspritzsystem common rail unterscheidet sich weitgehend von allen anderen
Systemen. Whrend die klassischen Dieselsysteme fr jeden einzelnen
Arbeitstakt den Einspritzdruck neu aufbauen, ist bei CR der Druck schon
gespeichert vorhanden. Vereinfacht gesprochen wird hier in einem geschmiedeten
Stahlrohr Dieselkraftstoff (DK) mit 1500 bis ber 2000 bar Druck gelagert. An
das Rohr angeschlossen sind die Hochdruckleitungen zu den Injektoren. Das ist
also die Gemeinsame Schiene!
Auf der Eingangsseite des Rohres sitzt die sternfrmige Hochdruckpumpe, am
anderen Ende sind die piezeoelektrischen Injektoren. Diese Leckerbissen der
Ingenieurkunst ermglichen Tricks, die mit den Klassikern nicht denkbar sind.
Die wesentlich von Siemens entwickelte Steuerung von Einspritzmenge und
-zeitpunkt ermglicht das dosierte Einspritzen der Kraftstoffmenge in winzigen
einzelnen Teilmengen. Man begann mit 2 aufeinander folgenden Einspritzungen,
heute werden bis 5 Portionen nacheinander injiziert. Das bringt riesige
Fortschritte bei der Lrmreduzierung und bei der Verbesserung der
Verbrennungsablufe. Die erste Teilmenge, die Piloteinspritzung, erzeugt einen
kleinen Feuerball im Brennraum. In diesen Brandbeschleuniger wird dann die
Restmenge eingespritzt. Dadurch entflammt die Spritmenge weicher und die
Kraftstoffmolekle werden besser oxidiert. Im Ergebnis wird weniger Ru bei
weniger Lrm emittiert. Hinter diesen Ablufen stehen ausgefeilte
elektronische Programme, mit denen sich die Verbrennungsvorgnge an jede Lage
anpassen. Kennfeldgesteuerte Einspitzanlagen sind allen mechanischen Verfahren
weit berlegen. Durch die kurzen Zugriffszeiten im Bereich Millionstel Sekunden
kann tiefgehend optimiert werden. Das merkt jeder, der ein CR Fahrzeug fhrt.
Nie zuvor hatten Dieselmotoren soviel Kraft bei kaum erhhter Leerlaufdrehzahl,
verschleimindernde Hchstdrehzahlen bei insgesamt reduzierten
Lrmemissionen. Und in Minuten kann man jede denkbare Verbesserung umsetzen,
indem man das Steuergert mit dem Programm austauscht. Auch an die ganz anderen
Bedingungen bei dem Treibstoff Salatl liee sich eine CR Anlage optimieren.
Da liegt eine Menge Forschungsarbeit bereit, denn das Problem PAH ist bei den
biogenen Kraftstoffen gerade mal angedacht.
Die hohen Einspritzdrcke verbunden mit den dabei entstehenden hohen Sprittemperaturen kommen den Bedingungen im Plbetrieb entgegen. Aus vielen CR-Anlagen fliet der Treibstoff mit 140 aus dem Rail in Richtung Tank. Da ist es nicht ohne Interesse, dass Rapsl erst bei 140 Grad die gleiche Viskositt wie Diesel hat. Dennoch ist der Betrieb mit Pflanzenl nicht problemlos, wie auch der Pionier Frank Herrmann erleben musste. Bei allen Direkteinspritzern ist der Pleintrag ins Motorenl enorm, wenn der kalte Motor mit kaltem Pflanzenl betrieben wird. Das endet mit Totalschden. Aus diesem Grund gibt es auch beim CDI keine andere Lsung als von BioCar vorgemacht: Starten mit Diesel, aufgeheiztes Pl aus dem beheizten Pltank im betriebswarmen Motor fahren. Dann kommt man zu erfreulichen Resultaten, wie gerade vom mkd-Kurierdienst in Dren gemeldet. Bei einem von BioCar umgersteten Sprinter CDI mit der Computeranlage T12 nach 9500 km 1,3% Pflanzenl in der lwanne. Dieses traumhafte Ergebnis besagt: Eine Schmierlverschlechterung, die man ignorieren kann, weder sind vorgezogene lwechsel ntig noch irgendwelche Spezialle. Frank Herrmanns A-Klasse war der Star mehrerer Messen und der greifbare Beweis, dass man auch modernste Dieselmotoren ohne Motornderung auf Dauer mit unverndertem Pflanzenl betreiben kann, wenn man es richtig macht. Ein Leser unserer Seiten hat vor ein paar Wochen folgendes berichtet: Auf Anraten eines Umrsters hat er sich eine A-Klasse gekauft. Als er damit vor der Werkstatt des besagten Umrsters stand, hat man ihm mitgeteilt, dass sein Auto nicht umrstbar ist. Angeblich wegen Bedenken des TV. Abkupfern ist eben nur an der Oberflche ganz einfach. Wie man eine A-Klasse CDI richtig und erfolgreich umrstet, berichtet Harald Bhm auf unserer Website.
Fortsetzung folgt
Copyright G.Lohmann - Letzte Änderung 27.08.2007