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G. Lohmann Prototypenbau, 81541 München, Welfenstraße12, Tel/Fax 089/484837
 
 

Vorbildliche Umbauten - Stefan Böbel aus Fürth

Umbau eines Mercedes 410 D, Bj 1994, auf Pflanzenöl mit einem BioCar Umbausatz von G.Lohmann. (Zweitanksystem)

Teileumfang: 70l-Stahlblechtank, mit Spezialmaßen erstellt, Steuereinheit, bestehend aus beheiztem Pflanzenölfilter und zwei Magnetventilen, Schläuche, Kabel mit Thermosensoren, Steuercomputer, Mini-Elektro-Wasserpumpe, zusätzliches Magnetventil zur Schnellspülung

Umbaujahr: 2000

( Das Funktionsprinzip des BioCar Umbausatzes ist im Internet beschrieben, genauere Anweisungen sind bei den Teilen enthalten. Die Werkstatt Lohmann baut auch selbst ein, und steht für Fragen zum Umbau und Betrieb der Teile meistens per Fax-Antwort zur Verfügung. )

Bei Kilometerstand 5000, ein halbes Jahr nach der Erstzulassung und nach einigen Wochen Einbauzeit mit den Möglichkeiten eines Hobby Bastlers läuft mein 410 D mit Speiseöl vom Supermarkt (äusserlich erkennbar am Geruch nach Grillwaren).

Anfängliche Probleme beim Umbau und Betrieb mit dem alternativen Kraftstoffsystem wurden verursacht durch eine thermisch überlastete Wasserpumpe, eine unentdeckte Rücklaufmöglichkeit am Dieselfilter, ein defektes Relais, einen elektrischen Wackelkontakt einer Steckverbindung und undichte Schlauchanschlüsse, die zu hereinblubbernder Luft und unruhigem Motorlauf oder Stillstand führten.

Während des Pflanzenölbetriebs ist ein ruhigerer Motorlauf gegenüber Dieselbetrieb bemerkbar. Die Leistung ist unverändert, die Kraftstoffkosten sind geringer.

Als nützlich bei Kurzstrecken erweist sich eine zusätzliche Wasserpumpe zur Beschleunigung des Kühlwasserkreislaufs durch das Kraftstoffsystem, sodass nach dem Starten wesentlich früher, beim Kaltstart nach wenigen Minuten, auch im Standlauf, auf PÖ umgeschaltet werden kann.

Als sehr nützlich erweist sich auch ein zusätzliches Magnetventil, welches den Kraftstoffkreislauffluss öffnet und in einen der Tanks zurückleitet. Auf die Art kann zeitlich begrenzt innerhalb einiger Sekunden (Zeitschaltbausatz von Conrad Electronik, 10) das System mit Diesel gespült werden oder auch, falls einmal erforderlich, entlüftet werden. Diese Art Spülung erspart das Einplanen von kilometerlangen Spülstrecken vor längerem Abstellen des Motors. Nach der Schnellspülung genügen dann noch wenige Meter Fahrt, sodass auch in der Einspritzpumpe der für den nächsten Kaltstart erforderliche Diesel vorhanden ist.

Vorteilhaft bei Verwendung von gebrauchtem Pflanzenöl ist die Reinigungsmöglichkeit des Pflanzenölfilters, ohne das Filterelemente verbraucht werden.

Der BioCar Computer übernimmt die Umschaltung auf Pflanzenöl zum frühestmöglichen Zeitpunkt, nachdem er den individuellen Verhältnissen entsprechend programmiert wurde. Der Computer kann die Temperatur begrenzen durch zeitweises Unterbrechen des Kühlwasserflusses über die Wasserpumpe und ein Magnetventil. Die fortwährende Anzeige von Motortemperatur, Tanktemperatur und vor allem der Pflanzenöltemperatur bei der Steuereinheit ermöglicht die Überwachung des Systems bei Warmlauf und Betrieb. Ein Problem kann oft direkt durch Temperaturverlust am Display erkannt werden.

Der Computer ist eine bequeme Variante. Das System funktioniert aber auch ohne Computer.

Dieselverbrauch des 410 D, meistens Kurzstrecken: 5% (Sommer), 20 % (bei -20) Dieselanteil, abhängig von der Jahreszeit. In der kalten Jahreszeit funktioniert das System problemlos, nur der Dieselverbrauch ist höher, weil die erforderlichen Umschalttemperaturen später erreicht werden.

Besonderheiten beim DB 410 D:

Im Original Dieselfilter, über dessen Anschluss mehrere Kraftstoffleitungen gelegt sind, muss ein Verbindungsloch verschlossen werden, sonst gelangt Pflanzenöl in den Dieseltank.

Die Leckölleitungen waren undicht.

Der Motorsensor braucht ein Blechgehäuse zur Vermeidung von Zugluft.

Spezieller Einbau:

Einbau der Steuereinheit im Sockel des Fahrersitzes, Plazierung der Wasserpumpe im Kühlwasserrücklauf wegen der Wärmebelastung und aussen wegen der Geräuschdämpfung. Plazierung des Tanks (grün) im Laderaum hinten an der Wand. Der Tank ist mit PE-Schaum isoliert. Betankung: über eine Bohrmaschinen-Aufsatz-Pumpe (Obi, 10 ) aus 25l Kanistern (Transfer aus 600l Tank) mit anfangs Rapsöl und jetzt flüssigem Altfett.



Copyright 08/2003 BioCar